Stadtgeschichte

Unsere Heimatstadt Bad Münstereifel

Die Stadt

Bad Münstereifel liegt etwa 30 Kilometer Luftlinie südwestlich von Bonn, im Kreis Euskirchen.

Die Stadtmitte Bad Münstereifels liegt 280m über NN, die Höchste Erhebung der Gemeinde ist der Michelsberg mit 586,1m über NN.

Neben den rund 6.000 Einwohnern in der Kernstadt Bad Münstereifel, leben weitere rund 13.000 Einwohner in den dazugehörigen 51 Ortsteilen der Gemeinde.

Bad Münstereifel ist Erholungsort, insbesondere für die Bewohner der Ballungsräume des Köln- Bonner Raum und des Ruhrgebiet. Seit 1974 ist Bad Münstereifel ein stattlich anerkanntes Kneippheilbad.

Im Jahre 1964 verschwisterten sich die Städte Münstereifel und Ashford/Kent in England, nachdem Münstereifel bereits seit 1952 jährlich einen deutsch-englischen Jugendaustausch durchgeführt hatte. Die Verschwisterung zwischen der Stadt Münstereifel und Fougères/ Bretagne in Frankreich wurde 1967 vollzogen.

 

 

Geschichte

Um 830 gründete der dritte Abt von Prüm, Markward, ein Tochterkloster, das er „Novum Monasterium“ nannte. 844 schenkte Papst Sergius II. dem Abt die Gebeine des römischen Märtyrerehepaars Chrysanthus und Daria. Danach gewann das Kloster durch rege Wallfahrtstätigkeit an Bedeutung und wurde kirchlicher Mittelpunkt des Eifeldekanates. König Zwentibold von Lothringen verlieh 898 dem Kloster das Markt-, Münz- und Zollrecht. Um die Klostermauern herum entstand eine Siedlung, vor dem Kloster entstand ein Markt. Im 12. Jahrhundert setzte sich ein neuer Name für die Siedlung durch, Monasterium in Eiflia. Das Kloster wurde in ein Stift umgewandelt. Um 1300 baute der Graf von Jülich die Burg und errichtete die Stadtbefestigung. 1356 wurde Münstereifel Sitz eines Gerichts und der städtischen Selbstverwaltung. Es entstanden Wollwebereien, Gerbereien und Brauereien. 1454 gab der Herzog von Jülich der Stadt eine Ratsverfassung. Dem Rat gehörten sieben Schöffen und sieben Ratsverwandte an, aus deren Mitte jährlich der Bürgermeister gewählt wurde. Nach 1600 wurde Münstereifel zu einer Stadt der Gegenreformation umgebaut. 1618 kamen die Kapuziner nach Münstereifel, die auf ihrem Klosterbezirk auch eine Tuchmanufaktur errichteten und damit neue Arbeitsplätze für die in Schwierigkeiten geratenen Wollweber schufen. 1625 nahmen die Jesuiten den Unterricht des St. Michael-Gymnasiums auf. Ihre Niederlassung wurde 1649 zum Kolleg erhoben; die Errichtung der Klostergebäude erfolgte zwischen 1652 und 1674, die der Jesuitenkirche von 1659 bis 1668; das Gymnasialgebäude wurde zwischen 1724 und 1727 errichtet. Ab 1657 ließen sich die Karmelitinnen in Münstereifel nieder. Ihr Klosterkomplex wurde 1769/70 erbaut. Das von den Jesuiten erbaute St. Michael-Gymnasium war die einzige höhere Schule zwischen Köln und Trier. Die Säkularisierung der Klöster und des Stifts um 1802 durch Napoleon bedeutete einen schweren Rückschlag für das wirtschaftliche Leben der Stadt, das durch zuletzt sieben Klöster und Kirchen mit insgesamt etwa 100 Priestern, Schwestern und Laienbrüdern geprägt wurde. 1815 fiel die Rheinprovinz an Preußen, Münstereifel verlor politisch und wirtschaftlich an Bedeutung. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts brachte der Fremdenverkehr eine erneute Belebung der Wirtschaft. 1926 wurde Münstereifel Kneippkurort, seit 1967 heißt es „Bad“ Münstereifel. Als letzter Katholischer Orden ließen sich 2008 die Legionäre Christi (LC) in Bad Münstereifel nieder und übernahmen das ehemalige Ursulinnen-Gymnasium als Apostolische Schule und Noviziat. 1901 – 1965 bestand an der Straße nach Iversheim die Firma Hettner, die Industriebohrmaschinen fertigte. Eine solche Maschine ist als Denkmal mittig im Kreisel der B51 aufgestellt. Während des Zweiten Weltkrieges nutzte Adolf Hitler vom 10. Mai bis zum 6. Juni 1940 das zuvor ausgebaute Führerhauptquartier „Felsennest“ in Münstereifel-Rodert. Das Oberkommando des Heeres (OKH) hatte sein Quartier in einem Bunker- und Barackenlager um das Forsthaus Hülloch.

Sehenswürdigkeiten:

Nahezu vollständig erhaltene Stadtumwehrung aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts mit insgesamt vier Stadttoren. Bad Münstereifel wurde 1299 erstmals „oppidum“, also „befestigter Ort“ genannt. Zwei der Stadttore dienen heute als Museen. Die Stadtumwehrung ist immer noch teilweise zu begehen.
Wehrgang
Romanisches Haus von 1167 – eines der ältesten aus Naturstein gebauten Häuser im deutschen Westen. Die Fenstersäulen sind aus dem Kaltsinter der aus römischen Wasserleitung gewonnen worden ist. Heute ist hier das Hürten-Heimatmuseum der Gemeinde untergebracht,welches im Jahre 1912 gegründet wurde.
Das rote Rathaus, erbaut in zwei Bauabschnitten, der älteste vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, urkundlich erstmals erwähnt 1476, Anbau mit der „new kamer“ ab 1550, fertiggestellt wurde es 1551. Rathaus
1928 wurde der Grundstein für das Kneipp-Kurhaus der Stadt gelegt und schon 1929 eröffnet. Der deutsche Bäderbund beschloß 1956 die Stadt Münstereifel als Kneipp-Heilbad anzuerkennen. Im Jahre 1967 überreichte in einem Festakt der Regierungspräsident die Urkunde, mit der der Innenminister des Landes Nordrhein Westfalen im Namen der Landesregierung der Stadt das Recht verlieh, den Titel „Bad“ Münstereifel zu führen.
Apothekenmuseum, 1997 eröffnet, beinhaltet Dokumente und Bilder zur Geschichte der Apotheke, originale Apothekengeräte aus dem 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert.

Apothekenmuseum

Das St. Michael-Gymnasium ist eines von zwei Gymnasien in der Stadt Bad Münstereifel. Träger der Schule, die 1625 durch die Jesuiten gegründet wurde, ist die Stadt Bad Münstereifel.

Seit 1986 nehmen Schüler des Gymnasiums jedes Jahr am Wettbewerb Jugend forscht oder Schüler experimentieren teil. Im Zeitraum 1986–2008 nahmen 162 Gruppen an den Wettbewerben teil und gewannen insgesamt 239 Preise. In diesem Zeitraum haben 53 Gruppen am Landeswettbewerb teilgenommen und 8 Gruppen haben es auf den Bundeswettbewerb geschafft. Zweimal haben Schüler des Gymnasiums den Bundeswettbewerb Jugend forscht gewonnen: 2004 wurde die Herstellung und der Nachweis von Nanoröhrchen mit dem interdisziplinären Bundessieg ausgezeichnet. 2008 wurde die Herstellung und Untersuchung von Graphen mit dem Bundessieg für die originellste Arbeit belohnt.

 
Die römische Kalkbrennerei in Iversheim ist der museale Ausbau einer ehemaligen antiken Kalkfabrik. Sie bestand aus sechs nebeneinander liegenden Kalköfen, die von römischen Legionären der Legio XXX Ulpia Victrix vermutlich in der Zeit von 150 n. Chr. bis 300 n. Chr. betrieben wurden. Kalkbrennerei Iversheim
Radioteleskop Astropeiler Stockert bei Bad Münstereifel – Eschweiler

Auf dem Stockert wurde mit dem „Astropeiler Stockert“ Deutschlands erstes Radioteleskop errichtet. Der Spiegel des am 17. September 1956 eingeweihten Teleskops hat 25 m Durchmesser. Bis 1993 nutzte die Universität Bonn und das Max Planck-Institut für

Radioastronomie die Anlage, ab 1979 nicht mehr zu wissenschaftlichen Zwecken, sondern zur Ausbildung von Studenten.

Seit 1999 steht die Anlage als Industriedenkmal unter Denkmalschutz. Eigentümer ist seit 2005 die NRW-Stiftung.

,Das Radioteleskop in Effelsberg mit einem Durchmesser von 100m war bis zum Jahre 2000 das größte bewegliche Teleskop der Welt. Abgelöst wurde es vom Robert C. Byrd Green Bank Teleskop (USA, Virginia ) mit einem Durchmesser von 110m.